Fürstenhagen - idyllisches Dorf zwischen Solling und Weserbergland
Möchte man Pakete und Päckchen versenden, kann man über die Onlinefrankierung die Abholung der Pakete buchen, was aber bis zu drei Paketen kostenpflichtig ist.
Postwertmarken können noch bis Ende Januar 2010 bei Ackerhans bezogen werden, danach ist auch dies nicht mehr möglich.
Noch vor wenigen Jahren war unser schönes Dorf mit ausreichender Infrastruktur gesegnet. Es gab Einkaufsmöglichkeiten bei Roloff und Dickhut, mit Sustrate einen Bäcker, einen Kinderspielkreis, eine Tankstelle und eine Schmiede und zwei Gastwirtschaften. Dass durch Todesfälle einige der Gewerbe mangels willigem Nachwuchs nicht mehr weiter geführt werden konnten ist schade, aber wohl nicht zu ändern. Nun schließt die Postagentur. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, wann die Volksbank Solling den Betrieb der Filiale in Fürstenhagen als zu unwirtschaftlich beschließt. Dann werden wir in einem Dorf leben, in dem nur noch eine Gaststätte vorhanden ist. Das bedeutet, dass die Immobilienpreise hier noch weiter in den Keller rutschen. Wer möchte schon in einem Ort leben, in dem man nicht einkaufen kann, seine Kinder nicht betreut werden, ja noch nicht einmal ein Paket verschicken oder Geldgeschäfte erledigen kann? Mit dem ohnehin abgespeckten DSL ist auch die Möglichkeit von Onlinearbeitplätzen sehr eingeschränkt, sodass eine Ansiedlung von jungen Menschen in Fürstenhagen mehr als unwahrscheinlich ist. Ich frage mich ernsthaft, ob denn die Menschen auf dem Dorf, Menschen zweiter Klasse sind? Zumindest werden sie so behandelt.
Das Schlimmste, was passieren konnte, war die Privatisierung von Post und Telekom. Es geht jetzt nur noch um Renatbilität, nicht mehr um die Zufriedenheit der Menschen, und darum, eine gleiche Infrastruktur für alle zu schaffen. Hier sollte die Regierung dringend eingreifen. Es können und wollen nicht alle Menschen in Städten leben!
Mike Seeger