Fürstenhagen - idyllisches Dorf zwischen Solling und Weserbergland


„Das Nacht-Trial in Fürstenhagen ist schon was ganz Spezielles“, sagt Andreas Lettenbichler. Der 32jährige Motorrad-Pilot aus Kiefersfelden muss es wissen, er kennt sich aus in der Trial-Szene: Fünfmal war er Deutscher Meister, zweimal österreichischer Champion, fuhr Welt- und Europameisterschaft. Auch bei den Extrem-Enduros ist der GasGas-Pilot Zuhause: 2006 wurde er Zweiter beim größten Offroad-Spektakel überhaupt, dem Erzbergrodeo in Eisenerz in der Steiermark. Lettenbichler geht in der Dämmerung des 11.08.07 mit elf weiteren Fahrern aus vier Nationen in eine wirklich spezielle Veranstaltung. Oberhalb des Solling-Dorfes Fürstenhagen – gut 25 Kilometer westlich von Göttingen – sind sechs Sektionen viermal zu durchfahren, und das bei ungewohntem Flutlicht.

Die Piloten steuern ihre Maschinen millimetergenau über glitschige Baumstämme, springen von Felsbrocken zu Felsbrocken und nehmen allen Mut zusammen, um meterhohe Steilwände zu überwinden. Unter ihnen sind auch der achtfache Deutsche Trial-Meister Carsten Stranghöner aus Brake und der Titelverteidiger des Nacht-Trial, Pavel Balas aus Tschechien. Trial-Piloten sind Akrobaten, Kletterer und Gelände-Strategen. Mit extremer Körperbeherrschung und taktischem Geschick suchen sie die beste Spur über die Hindernisse und die perfekte Einheit mit ihrem rund 80 Kilo leichten Motorrad. Beim Trial gewinnt derjenige, der sein Motorrad am Geschicktesten durch die Sektion führt. Körperkontakt mit Hindernissen oder Bodenberührung mit den Füßen führen zu Strafpunkten. Geschwindigkeit spielt keine Rolle, es gibt lediglich ein Limit für die Fahrzeit. Schon am Tage ist das schwierig genug. Das Trial in Fürstenhagen findet aber in der Nacht statt. Und es hat noch andere Eigenheiten: Die Wege sind kurz, die Zuschauer nah am Geschehen, und die zentrale Sektion verbreitet einen Hauch von Amphitheater. „Flutlicht, cooles Gelände, tolle Leute, super Stimmung. Das macht Fürstenhagen aus“, sagt Andreas Lettenbichler, der 2005 bei der letzten Austragung des Nacht-Trial Dritter und damit bester Deutscher wurde.

Unerwartetes zeigt der zweite Blick von Fürstenhagen zum Erzberg. In den letzten Jahren gingen gleich drei Erzberg-Haudegen beim Nacht-Trial an den Start: Lettenbichler, der diesjährige Erzberg-Gewinner Tadeusz Blazusiak aus Krakau und der österreichische Top-Pilot Erich Brandauer. Erstaunlich: Keiner von ihnen konnte das Nacht-Trial gewinnen, alle drei schnitten beim Kampf um den Erzberg besser ab als in den Hügeln des Solling. Wie sagt Andreas Lettenbichler: „Fürstenhagen ist eben ganz speziell.“

Weitere Informationen finden Sie unter: www.nachttrial.de>.